Die Entscheidung für ein SEO-Werkzeug ist eine Entscheidung über mehrere Jahre – nicht wegen der Vertragslaufzeit, sondern wegen der Daten, die sich darin ansammeln.
Was tatsächlich verloren geht
Nicht die aktuellen Zahlen. Die stehen im Zweifel auch beim neuen Anbieter, wenn auch mit anderen Werten. Verloren geht der Verlauf: die Positionsentwicklung der letzten drei Jahre, die Sichtbarkeitskurve über mehrere Suchmaschinen-Updates hinweg, die Entwicklung des Verweisprofils.
Genau diese Verläufe sind das, was Berichte aussagekräftig macht. Und genau sie liegen beim Anbieter.
Vier Punkte vor dem Abschluss
1. Was lässt sich exportieren?
CSV-Export für Listen ist Standard. Interessanter ist, ob sich auch Zeitreihen ausleiten lassen und ob der Export automatisierbar ist. Ein Werkzeug, das nur die aktuelle Ansicht als Tabelle ausgibt, konserviert keine Historie.
2. Gibt es eine Schnittstelle, und was kostet sie?
Programmierschnittstellen sind häufig einem höheren Tarif vorbehalten oder mit knappen Kontingenten versehen. Wer die Daten in ein eigenes Berichtswesen holen will, sollte den Bedarf vorher grob rechnen – nachträglich wird es teuer.
3. Wie lange läuft die Bindung?
Monatlich kündbar oder Jahresvertrag mit automatischer Verlängerung? Und wenn Letzteres: bis wann muss gekündigt werden? Diese Frist wird häufiger versäumt als jede andere.
4. Was passiert nach der Kündigung?
Die Bandbreite reicht von sofortiger Sperrung bis zu mehreren Wochen Lesezugriff. Wer am letzten Tag noch exportieren will, sollte vorher wissen, ob das geht.
Die einzige wirksame Vorsorge
Regelmäßig exportieren. Einmal im Monat die wichtigsten Kennzahlen als Tabelle ablegen, am besten automatisiert. Das ist wenig Aufwand und macht den Anbieterwechsel von einer Grundsatzentscheidung zu einer normalen Beschaffung.
Nebeneffekt: Man merkt beim Exportieren, welche Daten man tatsächlich benutzt. Bei den meisten sind es deutlich weniger, als der Tarif hergibt.