Ein Klassiker im Agenturalltag: Der Kunde legt zwei Auswertungen nebeneinander, die Zahlen weichen deutlich ab, und die Frage lautet – wer lügt hier? Niemand. Die Werkzeuge messen Verschiedenes und nennen es gleich.

Grund 1: Jeder Anbieter hat seinen eigenen Index

Bei Verweisdaten betreibt jeder Anbieter einen eigenen Crawler, der das Web absucht. Wie viel davon er erfasst, wie oft er wiederkommt und wie lange er verschwundene Verweise noch mitführt, entscheidet jeder für sich.

Ein Werkzeug, das doppelt so viele Verweise anzeigt, hat deshalb nicht bessere Daten – möglicherweise führt es nur länger mit, was längst gelöscht ist.

Grund 2: Suchvolumina sind Schätzungen

Die Ausgangsdaten stammen meist aus dem Werbeplaner der Suchmaschine, wo Werte in Größenklassen gerundet werden. Aus „1.000 bis 10.000" macht jeder Anbieter mit eigenem Verfahren eine konkrete Zahl. Dass dabei unterschiedliche Zahlen herauskommen, ist zwangsläufig.

Verwertbar ist die Reihenfolge, nicht der Absolutwert.

Grund 3: Positionen hängen an Ort, Gerät und Zeitpunkt

Suchergebnisse unterscheiden sich nach Standort des Suchenden, verwendetem Gerät, Sprache und Tageszeit. Jeder Rank-Tracker legt fest, von wo und wie oft er prüft. Zwei Werkzeuge mit unterschiedlichen Voreinstellungen kommen zu unterschiedlichen Positionen – beide korrekt gemessen.

Deshalb ist die Frage „auf welchem Platz stehen wir" weniger eindeutig, als sie klingt.

Grund 4: Gleicher Name, andere Definition

„Verweisende Domains" kann bedeuten: alle jemals gefundenen, alle aktuell bestätigten, oder alle nach Abzug offensichtlicher Spam-Quellen. Der Name auf der Oberfläche ist derselbe. Ein Blick in die Hilfe des Anbieters klärt das meist in zwei Minuten – und beantwortet die Frage endgültig.

Was daraus folgt

  • Innerhalb eines Werkzeugs vergleichen, nicht zwischen Werkzeugen. Der Verlauf ist aussagekräftig, der Absolutwert selten.
  • Für die eigene Website die Search Console nehmen. Das sind Daten aus erster Hand, keine Schätzung.
  • Beim Anbieterwechsel mit einem Bruch rechnen. Die Kurve springt, ohne dass sich etwas geändert hätte. Wer das in einem Bericht nicht erklärt, erzeugt Misstrauen.