Die Frage „welches SEO-Tool ist das beste" hat keine Antwort, weil die Werkzeuge unterschiedliche Probleme lösen. Ein Desktop-Crawler und eine Sichtbarkeitsplattform sind so vergleichbar wie ein Schraubenzieher und eine Werkstatt.

Frage 1: Was genau soll das Werkzeug tun?

Vier Anwendungsfälle decken fast alles ab:

  • Einmaliger Audit. Eine Website vollständig durchgehen, Fehlerliste erzeugen. Dafür genügt ein Crawler, oft in der kostenlosen Fassung.
  • Laufende Überwachung. Automatisch prüfen und melden, wenn etwas kaputtgeht. Braucht einen Cloud-Dienst.
  • Wettbewerbsanalyse. Sehen, wofür andere ranken und woher deren Verweise kommen. Braucht einen eigenen Datenbestand, also eine Plattform.
  • Berichterstattung an Dritte. Kunden oder Geschäftsführung regelmäßig informieren. Braucht Berichtsfunktionen, gern mit eigenem Erscheinungsbild.

Wer alle vier ankreuzt, sollte gegenprüfen, ob wirklich alle vier gebraucht werden oder nur alle vier interessant klingen.

Frage 2: Wer sieht sich die Daten an?

Der häufigste Grund für ungenutzte Werkzeuge ist nicht die Software, sondern fehlende Zeit. Eine Plattform, die täglich Warnungen erzeugt, braucht jemanden, der sie liest und entscheidet, was davon wichtig ist.

Wenn diese Person nicht benannt ist, ist das Werkzeug unabhängig vom Preis zu teuer. In dem Fall ist ein einmaliger Audit durch jemanden mit Erfahrung der bessere Weg.

Frage 3: Gibt es Anforderungen an Sitz und Datenverarbeitung?

In regulierten Branchen und im öffentlichen Bereich entscheidet dieser Punkt die Auswahl schneller als jede Funktionsliste. Zu klären ist, wo das Unternehmen sitzt, wo verarbeitet wird und ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag angeboten wird.

Das ist kein Formalismus: Wer ein Werkzeug einführt und die Frage erst danach stellt, führt es unter Umständen wieder aus.

Frage 4: Wie lange bindet der Vertrag?

Jahresverträge sind oft zwanzig Prozent günstiger. Trotzdem ist im ersten Jahr die monatliche Zahlung meist die klügere Wahl – erst nach ein paar Monaten zeigt sich, ob ein Werkzeug im Alltag benutzt wird oder als Lesezeichen endet.

Zweiter Punkt: Was passiert nach der Kündigung mit den historischen Daten? Wer drei Jahre Verlauf aufgebaut hat und ihn beim Wechsel verliert, hat einen Wechselgrund weniger, als er denkt.

Was danach übrig bleibt

Nach diesen vier Fragen bleiben typischerweise zwei bis drei Kandidaten. Die probiert man aus – nicht durch Anschauen der Funktionsliste, sondern indem man eine echte Aufgabe damit erledigt, die man ohnehin erledigen wollte.